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Kontakt & Infos

LWL-Industriemuseum
Zeche Zollern

Grubenweg 5
44388 Dortmund

www.lwl-industriemuseum.de

Öffnungszeiten

Di-So, feiertags 10-18 Uhr, Einlass bis 17.30 Uhr
geschlossen: Mo, außer an Feiertagen
Museumsladen: 11-18 Uhr

Das Restaurant Pferdestall ist eine Gastronomie für Museumsgäste. Wer spontan nur ins Restaurant will, muss den vollen Museumseintritt zahlen. Gäste, die ausschließlich das Restaurant besuchen möchten, reservieren bitte spätestens am Vortag im Restaurant Pferdestall unter Tel. 0231 6903236 einen Tisch. Aufgrund einer solchen Reservierung fällt nur eine reduzierte Gebühr von 1 EUR pro Person an. Liegt bei einem Besuch keine Reservierung vor, muss der volle Eintritt gezahlt werden. Ab 18 Uhr ist das Restaurant frei zugänglich.


Geodaten

51°31'07.3"N 7°19'59.8"E


Wikipedia


 

 

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Dortmund

 



Zeche Zollern

bild_23»Schloss der Arbeit« nannten Zeitgenossen diese wohl schönste Zeche des Ruhrgebiets. Mit ihren prunkvollen Backsteinfassaden und opulenten Giebeln erinnert die Anlage tatsächlich eher an eine Adelsresidenz als an ein Bergwerk. Kaum mehr vorstellbar ist heute, dass das Ensemble nach der Stilllegung in den 1960er-Jahren abgerissen werden sollte. Wichtigstes Objekt im Kampf um den Erhalt war die Maschinenhalle mit dem eindrucksvollen Jugendstilportal – heute eine Ikone der Industriekultur. Die Dauerausstellung macht die besondere Lebenswelt der Bergleute und ihrer Familien zwischen Schacht und Kolonie lebendig. Junge Besucher können sich im »Kinderkeller «, einem Unter-Tage-Erlebnisraum, austoben.

Im Emscherbruch verstreut finden sich einige Bauernschaften - kleine Ansiedlungen in ackerbaulich geprägter Landschaft. Auf dem zukünftigen Gelände von Zollern II/IV steht Wald. Die Verlängerung der Provinzialstraße führt nach Süden zum Hellweg.bild_09

Die 1878 eröffnete Emschertalbahn, die Dortmund mit Herne verbindet, stellte einen wesentlichen Grund für das Wachsen der Förderung der in der Nähe der Bahn liegenden Zechen dar. Bereits in den 1850er Jahren gab es erste Versuche, Schächte in der Nähe von Kirchlinde, östlich von Westrich, abzuteufen. Schwierigkeiten mit der Wasserhaltung und auch der enorme finanzielle Aufwand bereiteten jedoch fast unlösbare Probleme. Als die Zeche Zollern 1872 endlich einen Eisenbahnanschluß mit Verlademöglichkeit für die geförderte Kohle erhält, steigt jedoch die Fördermenge binnen eines Jahres um das 20fache - die Bedeutung der Eisenbahn für eine Bergbauregion kann kaum überschätzt werden.

Der Eigentümer von Zollern II/IV, die große Zechengesellschaft Gelsenkirchener Bergwerks AG (GBAG), läßt 1898 bis 1904 die Kolonie Landwehr direkt vor den Toren des Zechengeländes bauen. Bövinghausen ist zu dieser Zeit noch klein, und es wird dringend Wohnraum für Bergarbeiter und Zechenangestellte benötigt. Die Kolonie Landwehr ist nach dem Modell einer Gartenstadt gebaut. Sie sorgt für eine große räumliche Nähe von Wohnen und Arbeiten. Auch bindet sie die Arbeiter wegen des gehobenen Wohnstandards der Häuser an die Zeche. Die Arbeiterhäuser haben zudem Gärten und Ställe zur Selbstversorgung - für Beschäftigung und Ausgleich nach dem harten Zechenalltag ist also gesorgt. Die Kolonie reicht längst nicht für die rund 1000 Bergarbeiter, so daß 1905 schnell eine zweite Siedlung an der Provinzialstraße, die "Neue Kolonie", geschaffen wird. Die eher schlichten Mietshäuser nehmen größtenteils ostpreußische und polnische Arbeiter auf.

bild_121898 werden die ersten Spatenstiche auf dem Gelände der zukünftigen Zeche Zollern II/IV vorgenommen, die reguläre Kohlenförderung begann bereits 1902. Die Zeche erhielt eine elektrische Fördermaschine und war kurze Zeit später die erste voll elektrifizierte Zeche des Ruhrgebietes. Von der zunehmenden Elektrifizierung profitierten auch das größer werdende Dorf Bövinghausen und weitere umliegende Dörfer.

Die auf dem Zechengelände 1904 in Betrieb genommene Kokerei wurde schon 1918 wieder stillgelegt. Der Bahnhof Bövinghausen expandierte und war in den 1920er Jahren einer der bedeutetensten Güterbahnhöfe von Dortmund.bild_14

Bereits 1931 drohte bereits die Stillegung von Zollern II/IV, da der neue Betreiber, die Vereinigte Stahlwerke (VS), die unrentable Zechen schließen wollte. Die Förderung von kleineren Zechen sollten neue Großschachtanlagen wie im Falle von Zollern die Zeche Germania II/III in Dortmund-Marten übernehmen. Mit der Machtübernahme der Nationalsozialisten änderte sich jedoch die wirtschaftspolitische Lage, so daß es zu einer Weiterbetreibung der eigentlich als unrentabel erachteten Anlagen kam. 1935 erfolgte sogar eine Erweiterung und Modernisierung der Zechenanlagen. Den Zweiten Weltkrieg überstand Zollern II/IV unbeschadet, und im Zuge des Wiederaufbaus Deutschlands stand eine erneute Vergrößerung und Modernisierung der Zeche an.

Mit der Fertigstellung der Zentralschachtanlage Germania im Jahre 1954 wird 1955 die Förderung endgültig eingestellt. Die Tagesanlagen zur Seilfahrt und zur Wetterführung bleiben jedoch bis zur endgültigen Stillegung der Gesamtanlage 1966 noch in Betrieb.

In letzter Minute vor dem drohenden Abriß wird 1969 die Maschinenhalle als erstes Industriebauwerk in Deutschland unter Denkmalschutz gestellt - ein Umdenken hinsichtlich des Umgangs mit dem historischen industriellen Erbe setzt ein. 1981 wird Zollern II/IV zum Standort des Westfälischen Industriemuseums. Um ein möglichst authentisches Ensemble zu schaffen, werden in Herne und Gelsenkirchen zwei noch erhaltene Fördergerüste des gleichen Typs abgebaut und an der Stelle der auf Zollern II/IV schon abgerissenen Fördergerüste wieder errichtet.

bild_19Auch wenn mittlerweile gewerbliche Nutzungen im Umfeld der ehemaligen Zeche das Landschaftsbild mitprägen, so geben die alten Zechenanlagen von Zollern II/IV noch heute Zeugnis der Lebens- und Arbeitsverhältnisse in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts.

Die Zeche hat die Landschaft geprägt. Die Verknüpfung der Zeche mit den umliegenden Siedlungen kann noch heute nachvollzogen werden. Die Maschinenhalle stellt zudem ein herausragendes Beispiel für technische und ästhetische Errungenschaften im vergangenem Jahrhundert dar. Im Museum wird der Bergarbeiteralltag zu neuem Leben erweckt. Für Lebendigkeit sorgen auch die Veranstaltungen, Ausstellungen und künstlerische Elemente auf dem alten Zechengelände von Zollern II/IV.

Heute kann der interessierte Besucher während der Öffnungszeiten des Museums der Sozial- und Kulturgeschichte des Bergbaus verschiedene Gebäude mit Dauer- und Wechselausstellungen sowie die ausgedehneten Außenanlagen mit Holzplatz und Zechenbahnhof besichtigen. Wegen Sanierungsarbeiten ist die Maschinenhalle derzeit nur im Rahmen besonderer Führungen zugänglich. Der ehemalige Pferdestall beherbergt eine gemütliche Gastronomie. Das ganze Jahr über werden Ausstellungen, Tagungen, Feste, Theater- und Konzertaufführungen geboten.

Quelle: Route der Industriekultur

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Zeche Zollern II/IV
ursprünglich: Zeche Hohenzollern
Stadt/Stadtteil: Dortmund-Bövinghausen
Teufbeginn: 1856 (Zollern 1)
Förderbeginn: 1873 (Zollern 1)
Betriebsende: 1971
max. Tiefe: 462 m
max. Belegschaft: 6.825 (1954)
max. Förderung: 1,45 Mio. Tonnen (1954)
Besonderes: erste Zeche unter Denkmalschutz (1969/1971
heutige Nutzung: Industriedenkmal, Museum, Veranstaltungsräume, Gastronomie

 

+  
- sehr sorgfältig restaurierte Anlage
- viele architektonische und technische Highlights
- Museum und Ausstellungen
- Zechenkolonie "Landwehr"
   
-  
- schon beim Betreten des Geländes ist Eintritt fällig
- Maschinenhalle ist bis voraussichtlich 2015 nicht offen zugänglich

 

Quelle: "Auf Zeche" von W. Berke, M. Farrenkopf, W. Grubert & S. Przigoda