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Kontakt & Infos

Siedlung Eisenheim
Wesselkampstraße, Fuldastraße, Werrastraße, Eisenheimer Straße, Berliner Straße
46117 Oberhausen-Osterfeld

LVR-Industriemuseum
Museum Eisenheim

Berliner Straße 10a, 46117 Oberhausen

geöffnet Ostersonntag bis 31. Oktober
sonn - und feiertags 10 - 17 Uhr
ganzjährig Führung nach Vereinbarung


Geodaten

51°30'10.0"N 6°51'55.0"E


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Oberhausen

 


Siedlung Eisenheim

Eisenheim - der Name sagt bereits, warum hier 1846 die erste Arbeitersiedlung des Ruhrgebiets entstand. Eisenheim wurde nicht in einem Zuge errichtet. In mehreren Bauphasen entstanden 51 Häuser. Seit den 1890er Jahren zogen auch Bergleute ein. Etwa 1200 Menschen lebten hier zur Zeit der Jahrhundertwende. Der Niedergang der Siedlung begann nach dem Zweiten Weltkrieg. Man baute die zerstörten Häuser nur halbherzig wieder auf. Sieben Meisterhäuser - die ältesten Gebäude der Siedlung - wurden durch mehrgeschossige Neubauten ersetzt. Anfang der 1970er Jahre sollte die Siedlung abgerissen werden. Dem phantasievollen, legendär gewordenen Kampf der Bewohner ist zu verdanken, dass Eisenheim saniert und die verbliebenen 38 Häuser zum Denkmal erklärt wurde.

Eisenheim zeigt beispielhaft die Entwicklung des Arbeiterwohnungsbaus in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts.

Die Hüttengewerkschaft und Handlung Jacobi, Haniel & Huyssen errichtete die Siedlung Eisenheim ab 1846. Anfangs arbeiteten die meisten Bewohner auf der "Alten Walz" an der Emscher, etwa eine halbe Stunde Fußweg entfernt. Mit dem Aufschwung des Hüttenwesens begann Mitte der 1860er Jahre ein zweiter Bauabschnitt, der mit der Gründerkrise Anfang der 1870er Jahre abbrach. Zwischen 1897 und 1903 wurde die Siedlung dann auf ihre heutige Größe erweitert. Wie ein halbes Jahrhundert zuvor die Hüttenindustrie, so erforderte jetzt der Bergbau die Anwerbung und Ansiedlung von Arbeitern.

In drei Bauphasen entstanden 51 Häuser, von denen 38 erhalten und unter Denkmalschutz gestellt wurden. Etwa 1200 Menschen lebten hier zur Zeit der Jahrhundertwende. Erhalten sind die zweigeschossigen Reihen- und Doppelhäuser von 1846 und die Häuser im Kreuzgrundriß, die ab 1872 gebaut wurden und sich nach dem elsässischen Mühlhausener Vorbild richten.

Nachdem schon 1948 die Meisterhäuser an der Sterkrader Straße abgerissen worden waren, beabsichtigte die HOAG Ende der fünfziger Jahre, die gesamte Siedlung abzubrechen. Durch verschiedene Umstände verzögerte sich das Vorhaben jedoch, und als der Abriss Anfang der siebziger Jahre wieder auf der Tagesordnung stand, traf dies auf veränderte Voraussetzungen. Als eine der ersten Bürgerinitiativen im Ruhrgebiet gründeten die Eisenheimer 1972 eine Arbeiterinitiative für die Erhaltung ihrer Siedlung. Eine Studie der Fachhochschule Bielefeld zur Wohn- und Lebensqualität in Eisenheim unter Leitung von Roland Günter unterstrich den hohen Wert, den das Wohnumfeld für Kommunikation und Zusammenleben der Bewohner/innen besitzt.

In diesem Konflikt mit der HOAG entfalteten sie einen weithin beachteten Aktionismus, der sich u.a. in der Umwandlung der drei Waschhäuser zum Volks-Haus, 1974, zum Kinder-Haus, 1977, und zum Museum, 1979, niederschlug. Dafür erhielt Eisenheim 1978 den Kulturpreis der kulturpolitischen Gesellschaft.

Bis Anfang der achtziger Jahre wurden die Häuser unter Beteiligung und Mitwirkung der Bewohner/innen saniert. Das Museum im ehemaligen Waschhaus zeigt die Bau- und Architekturgeschichte Eisenheims, das Leben in der Siedlung und den Kampf um Erhalt und Erneuerung.

Eine Ausstellung dokumentiert die Bau- und Architekturgeschichte Eisenheims, das Leben in der Siedlung und den Kampf um Erhalt und Erneuerung. Rund um das Museum sind in der Siedlung auf großen Emaille-Tafeln umfangreiche Texte zur Geschichte und zum Leben vor Ort angebracht. Weiterhin findet man in der Siedlung Orte, die zum Nachdenken anregen: 'Der Wald der Tauben-Häuser' von Tonino Guerra und Bewohnern, 'Die Idee' und 'Raumfahrt in die Erde' von Horst Wolfram und ein hohes Gerüst mit Bildern von Untertage von Alfred Schmidt.

Quelle: Route Industriekultur